Predigt am 26.11.2000 in Esslingen durch Pastor Joachim Georg
über Offenbarung 21, 1-5+6 b

    Einleitung

Beim Blättern in meinen Akten zur Kirchengeschichte entdecke ich eine Mitschrift von einem Seminar in Bethel - Sommersemester 1974! Und während ich in diesem alten Papier lese, "höre" ich regelrecht die Stimme unseres Professors,

ich "sehe" ihn regelrecht vor mir mit seinem straff zurückgekämmten Haar und den gütigen Augen,

ich "rieche" und "fühle" förmlich die Atmosphäre der Kapelle, in der wir vor 26 Jahren jeden Morgen mit diesem Professor Abendmahl gefeiert haben, um 720, vor dem Frühstück.

Merkwürdig,   dieses  alte  Papier  hat mich mit all meinen Sinnen wieder in die damalige Zeit hineinversetzt.

Johannes sieht, hört und fühlt auch. Aber nicht zurück in die Vergangenheit, sondern hinein in eine ganz andere Zeit, in eine gefüllte, erfüllte Zeit, in die Zeit Gottes.

Ich lese aus dem vorletzten Kapitel der Bibel, Buch der Offenbarung des Johannes 21,1-7.

(Übersetzung: Luther `84)

    Ein neuer Himmel
    - ich bin nicht bedroht

    Das Meer ist nicht mehr
    - mein Leben hat einen großen Rahmen

    Keine Tränen mehr

    Das Zelt Gottes heute

     

     Bibeltext in unserer Sprache

Ich versuche, den Text mit unseren Bildern zu sagen:

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen. Das Weltbild, das wir haben, ist überholt. Die neue Welt Gottes ist durch nichts bedroht.

Und ich sah einen Ort des Friedens und der vollendeten Gemeinschaft, Menschen in großer Menge verstehen sich ohne Vorurteile, Neid und Rachegefühle, weil sich alle nach Gott sehnen.

Und ich hörte eine unüberhörbare Stimme von dem, dem man bedenkenlos vertrauen kann: Siehe da, das Wochenendhaus Gottes bei den Menschen! Er wohnt mitten unter ihnen, und alle Völker sehnen sich danach, zu ihm gehören, und er wird in seiner heilenden Gegenwart mit ihnen sein.

Und Gott wird abwischen alle sichtbaren und unsichtbaren Tränen von ihren Augen. Und der Tod und die Verzweiflung wird nicht mehr sein, weder Stress noch Depression noch Unausgesprochenes wird sein, denn das Krankmachende ist vergangen.

Und der, dem man bedenkenlos vertraut, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreib das auf, denn auf diese Zusage können sich alle verlassen.

     

Fortsetzung: