Matthias Aberham

Frage

In Lukas 23,43b [...] steht: "Ich versichere dir: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein." Jesus ging doch erst 40 Tage nach seinem Tod ins Paradies! In Johannes 20,17b sagt er zu Maria Magdalena: "Halte mich nicht l├Ąnger fest! Denn ich bin noch nicht zu meinem Vater zur├╝ckgekehrt. (...)" Warum sagt er denn dem Verbrecher, dass dieser noch heute mit ihm im Paradies sein wird, wenn er doch erst nach ├╝ber einem Monat dorthin geht? Weshalb will Jesus nicht, dass ihn Maria Magdalena ber├╝hrt? Thomas fordert er sp├Ąter dazu auf; Jesus hatte sonst ja keine Ber├╝hrungs├Ąngste.

Kommt nach dem Tod das Paradies?

 "Beides erscheint mir verlockend: Manchmal w├╝rde ich am liebsten schon jetzt sterben, um bei Christus zu sein. Gibt es etwas Besseres?" (Philipper 1,23 )

"Da antwortete ihm Jesus: 'Ich versichere dir: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.'" (Lukas 23,43)

Aus diesen Stellen schlie├če ich, dass die Seele eines Gl├Ąubigen nach dem Tod direkt zu Gott geht. Die Bibel nennt diesen Ort, wo sich die Seelen der Geretteten zwischen ihrem Tod und ihrer Auferstehung aufhalten, Paradies. Das ist wohl auch der Ort, der im Gleichnis Jesu ├╝ber Lazarus und den "Reichen" geschildert wird (Lukas 16,19-31).

├ähnlich war es bei Jesus: Seine Seele kam nach seinem Tod (zusammen mit dem R├Ąuber, der neben ihm gekreuzigt wurde) ins Paradies, in die Gegenwart Gottes. Aber leiblich stieg er erst sp├Ąter, nach seiner Auferstehung zum Vater auf, um sich zu seiner Rechten zu setzen. Von dieser leiblichen Himmelfahrt spricht Jesus in Johannes 20,17. Erst mit dieser Himmelfahrt ist Jesus endg├╝ltig am Ziel angekommen (seine Seele und sein erneuerter Auferstehungsleib sind bei Gott).


Damit verbunden sind auch seine Worte "Halte mich nicht l├Ąnger fest!". Es geht hier nicht darum, dass Jesus unber├╝hrbar war, wie man vielleicht f├Ąlschlich schlie├čen k├Ânnte. Einige Verse sp├Ąter (Johannes 20,27) lesen wir ja, dass er selbst Thomas aufforderte, ihn zu ber├╝hren. Vielmehr geht es darum, dass f├╝r diejenigen, die Jesus leiblich kannten, ein neues Zeitalter begonnen hatte, worauf auch folgender Bibeltext hinweist:

"Daher kennen wir von nun an niemand nach dem Fleisch; wenn wir Christus auch nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so. Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Sch├Âpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden." (2. Korinther 5,16)

Christus war der Erste dieser neuen Sch├Âpfung. Er ist uns zum Vater vorausgegangen, und alle Menschen, die aus Gottes Geist neu geboren wurden, sind jetzt schon in einer geistlichen Dimension mit ihm im Innersten verbunden (Epheser 2,6). Eines Tages, wenn unsere K├Ârper nach unserem Tod auferweckt werden, werden wir auch leiblich endg├╝ltig am Ziel sein - in der Gegenwart Gottes.  

Bibelstellen:

Lk 16,19; Lk 23,43; Joh 20,17; Joh 20,27; 2Kor 5,16; Eph 2,6; Phil 1,23

ma@nikodemus.net